Versteckte Risiken im Baugrund:

Wie Sie teure Schäden durch alte Abwasserleitungen vermeiden


Artikel vom 16.02.2026


Alte Abwasserleitungen gelten in Deutschland als ein massives, aber oft übersehenes Problem. Nach Angaben des Umweltbundesamts stammen zahlreiche private Anschlussleitungen noch aus den 1960er- und 1970er-Jahren, und viele davon sind inzwischen undicht oder beschädigt. Wer ein Haus baut oder eine Bestandsimmobilie kauft, blickt meist auf Dächer, Fenster oder Heizungen, aber selten auf das, was unsichtbar im Boden liegt. Genau dort aber lauern Kostenfallen, die ganze Bauprojekte verzögern und die Haushaltskasse erheblich belasten können.

Alte Rohre bedrohen Neubauten und Sanierungen

Bauherren unterschätzen häufig, wie stark marode Leitungen den Wert eines Grundstücks oder Hauses beeinflussen können. Besonders dann, wenn der Baugrund bereits über Jahrzehnte genutzt wurde, steigt die Wahrscheinlichkeit für Schäden durch Wurzeln, Bodensetzungen oder Materialermüdung. Für Neubauten ist das ein Risiko, das nicht selten erst während der Bauphase entdeckt wird. Wird es dann akut, explodieren die Kosten. Wer sich frühzeitig um eine fachgerechte Untersuchung kümmert, kann diese Probleme vermeiden. In manchen Regionen sind Anbieter wie die Kanalsanierung Leipzig wichtige Partner, wenn es darum geht, alte Strukturen zu überprüfen und gegebenenfalls zu erneuern.

Immer mehr Kommunen verlangen den Nachweis, dass private Abwasserleitungen dicht sind. Die Dichtheitsprüfung ist in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Bayern bereits gesetzlich verankert. Eigentümer, die ihre Pflicht ignorieren, riskieren nicht nur Bußgelder, sondern auch Schäden, die sich später kaum noch begrenzen lassen. Hinzu kommt, dass Versicherungen bei nicht geprüften Leitungen im Ernstfall oft nicht zahlen.

Marode Leitungen können ganze Bauprojekte stoppen

Ein Bauvorhaben folgt normalerweise einem klaren Zeitplan. Sobald jedoch defekte Leitungen entdeckt werden, steht der Ablauf auf der Kippe. Baggerarbeiten, Genehmigungen und unerwartete Reparaturen sorgen dafür, dass die Kostenkalkulation ins Wanken gerät. Bauherren stehen dann nicht nur unter finanziellen Druck, sondern auch unter enormem Zeitstress. Projekte verzögern sich, Handwerkertermine müssen neu koordiniert werden und die Finanzierung wird teurer. Ein kleines Leck kann so große Konsequenzen nach sich ziehen.

Die Gründe für Rohrschäden sind vielfältig. Untersuchungen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) zeigen, dass Wurzeleinwuchs eine der häufigsten Ursachen für Undichtigkeiten ist. Auch bauliche Mängel beim ursprünglichen Einbau spielen eine Rolle. Wer ein Grundstück kauft, hat selten Einfluss darauf, wie sorgfältig die Arbeiten damals ausgeführt wurden. Genau deshalb ist es wichtig, vor Baubeginn eine TV-Kamera-Inspektion zu veranlassen.

Grabenlose Sanierungstechniken bieten neue Möglichkeiten

Moderne Sanierungsverfahren verändern den Markt erheblich. Statt ganze Grundstücke aufzureißen, nutzen Experten heute Methoden, die ohne große Erdarbeiten auskommen. Die sogenannte Inliner-Technik ist dabei besonders verbreitet. Hier wird ein mit Harz getränkter Schlauch in das Rohrsystem eingezogen und härtet zu einer neuen, dichten Innenwand aus. Die Arbeiten dauern oft nur wenige Stunden, und der Garten bleibt weitgehend unversehrt. Für Eigentümer bedeutet das eine enorme Entlastung, weil Kosten und Aufwand erheblich sinken.

Neben der Kostenersparnis bringt die grabenlose Methode noch einen weiteren Vorteil: Sie reduziert die Belastung für die Umwelt. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik spart diese Technik im Vergleich zu offenen Bauweisen bis zu 40 Prozent CO₂ ein. Weniger Baggerfahrten, weniger Abfall und kürzere Bauzeiten machen das Verfahren nachhaltig und zukunftsfähig.


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 Rainer Sturm  / pixelio.de