Photovoltaik hat sich auf den Dächern vieler Eigenheime als bewährte Möglichkeit etabliert, Stromkosten zu senken und den Bezug von teurem Netzstrom spürbar zu reduzieren. Im Alltag zeigt sich jedoch zunehmend, dass eine Photovoltaikanlage allein das technische und wirtschaftliche Potenzial der Solarenergie nicht vollständig ausschöpft. Der Grund dafür liegt in der zeitlichen Verteilung von Erzeugung und Verbrauch. Während der Solarstrom überwiegend tagsüber produziert wird, fällt der Strombedarf in vielen Haushalten vor allem in den Morgenstunden sowie am Abend und in der Nacht an.
„Außerdem produziert eine Photovoltaikanlage tagsüber häufig mehr Strom, als gerade im Haushalt benötigt wird. Ohne Speicher bleibt dieser überschüssige Strom ungenutzt“, ergänzt Johannes Ostwald, Geschäftsführer der Meister-Installationsbetriebe Solar Süddeutschland und Wärmepumpen Süddeutschland.
Batteriespeicher schließen genau diese Lücke. Sie nehmen überschüssigen Solarstrom auf, der im Haushalt nicht sofort benötigt wird, und stellen ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Verfügung. Auf diese Weise lässt sich ein deutlich größerer Anteil der eigenen Stromproduktion selbst nutzen, ohne dass das Gebäude auf komplexe Automatisierungslösungen umgestellt werden muss. Der Speicher übernimmt diese Aufgabe im Hintergrund und macht die Nutzung des Solarstroms deutlich effizienter.
Eigenverbrauch steigern und Stromkosten senken
Ein Blick auf typische Verbrauchsmuster zeigt den Vorteil von Speicherlösungen sehr deutlich. Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauchsanteil einer Photovoltaikanlage häufig bei etwa dreißig bis vierzig Prozent. Ein erheblicher Teil des erzeugten Stroms wird zu Zeiten produziert, in denen er im Haushalt nicht benötigt wird, und fließt daher in das öffentliche Netz ab. Mit einem passend dimensionierten Speicher lässt sich der Eigenverbrauch in vielen Fällen auf siebzig bis achtzig Prozent steigern.
Warum der Trend zu PV plus Speicher weiter wächst
Neben der Wirtschaftlichkeit spielen auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen eine immer größere Rolle.
Seit dem 25. Februar 2025 gilt in Deutschland das sogenannte Solarspitzengesetz. Diese Novelle des Energiewirtschaftsrechts und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) betrifft vor allem neue Photovoltaikanlagen, die seit diesem Zeitpunkt in Betrieb genommen werden. Ziel der Regelung ist es, hohe Einspeisespitzen besser zu steuern und das Stromnetz zu stabilisieren. Für bestehende Anlagen gelten weiterhin die bisherigen Regelungen. Betreiber von Bestandsanlagen können jedoch freiwillig auf das neue System wechseln, etwa wenn sie ihre Anlage um einen Speicher oder moderne Messtechnik erweitern möchten.
Für private Haushalte bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms wird noch wichtiger. Viele Hausbesitzer entscheiden sich daher dafür, bestehende Anlagen mit einem Speicher nachzurüsten oder die Speicherlösung bereits bei der Planung neuer Solarprojekte von Anfang an zu berücksichtigen.
Gleichzeitig haben sich moderne Speichersysteme technisch stark weiterentwickelt. Sie sind kompakt, effizient, langlebig und lassen sich problemlos in neue oder bestehende Photovoltaikanlagen integrieren.
Für wen sich ein Stromspeicher besonders lohnt
Grundsätzlich eignet sich ein Stromspeicher für alle Haushalte, die ihren Solarstrom gezielt selbst nutzen möchten. Besonders groß ist der Nutzen dort, wo der Stromverbrauch zeitlich vom Solarertrag abweicht oder insgesamt höher ausfällt, etwa bei Haushalten mit Wärmepumpe, Elektroauto oder anderen stromintensiven Anwendungen. Aber auch in klassischen Wohnsituationen trägt ein Speicher dazu bei, den Eigenverbrauch zu erhöhen und die Abhängigkeit von Netzstrom und zukünftigen Preissteigerungen zu reduzieren.
Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg ist eine realistische Planung des zukünftigen Strombedarfs. „Der Speicher sollte zudem immer im Einklang mit der Größe der PV-Anlage dimensioniert werden. Die richtige Dimensionierung des Stromspeichers ist entscheidend, um den Eigenverbrauch zu maximieren und die Unabhängigkeit vom Netz zu erhöhen“, erklärt Ostwald. Als grober Richtwert gilt eine Speicherkapazität von etwa ein bis eineinhalb Kilowattstunden pro 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Die Kosten liegen je nach Hersteller und Ausstattung häufig zwischen 2.500 und 4.000 Euro, zuzüglich Installations- und Anschlusskosten. Wer den Betrieb eines Elektroautos oder einer Wärmepumpe plant, sollte diese zusätzlichen Verbraucher frühzeitig einbeziehen.
Neben den allgemeinen Faustregeln rät Ostwald auch dazu, den individuellen Verbrauch zu berücksichtigen: „Ein wichtiger Faktor ist das persönliche Lastprofil: Wann wird der meiste Strom verbraucht? Wie viel Solarstrom kann erzeugt werden? Welche Geräte benötigen viel Energie – zum Beispiel Waschmaschine, Trockner oder Wärmepumpe?“
Investitionskosten und Wirtschaftlichkeit realistisch einschätzen
Für viele Hausbesitzer stellt sich neben den technischen Fragen vor allem die nach den Investitionskosten und der langfristigen Wirtschaftlichkeit. Die Gesamtkosten hängen dabei stark von der Größe der Anlage, dem Stromverbrauch des Haushalts und den baulichen Gegebenheiten ab. Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer Photovoltaikanlage von rund 10 Kilowattpeak und einem Batteriespeicher mit etwa 10 Kilowattstunden Kapazität bewegen sich die Investitionskosten derzeit häufig zwischen 18.000 und 20.000 Euro. Entscheidend ist jedoch weniger der reine Anschaffungspreis als vielmehr die Frage, wie effizient die Anlage im Alltag genutzt wird.
In der Praxis zeigt sich, dass sich eine gut geplante Photovoltaikanlage mit Speicher häufig nach etwa acht bis zehn Jahren amortisieren kann. Diese Zeitspanne ergibt sich aus der eingesparten Strommenge, die nicht mehr teuer aus dem Netz bezogen werden muss. Jede selbst erzeugte Kilowattstunde ersetzt Strom, der aktuell rund 35 Cent pro Kilowattstunde kostet. Je höher der Eigenverbrauch, desto schneller rechnet sich die Investition. Der Batteriespeicher spielt dabei eine zentrale Rolle, da er den tagsüber erzeugten Strom für die Abend- und Nachtstunden verfügbar macht.
Natürlich gibt es auch Grenzen. Das bestätigt auch Ostwald: „Grundsätzlich ist vieles möglich, aber nicht jedes Dach ist ideal für Photovoltaik. Faktoren wie Dachausrichtung, Verschattung oder die Tragfähigkeit des Dachs spielen eine Rolle. Finden sich Schäden am Dach, müssen diese zunächst behoben werden, bevor eine Anlage montiert werden kann.“ Eine fundierte Beratung schafft hier Klarheit und verhindert Fehlinvestitionen.
Seriöse Anbieter erkennen
Bei der Auswahl eines geeigneten Anbieters empfehlen sich Betriebe, die neben der Installation auch eine fundierte Beratung anbieten. Meisterbetriebe mit Erfahrung in der Energiewirtschaft prüfen Dachflächen, analysieren den aktuellen und zukünftigen Stromverbrauch und entwickeln ein Gesamtkonzept, das Photovoltaik, Speicher und Hausinstallation sinnvoll aufeinander abstimmt. Eine fachgerechte Planung und Umsetzung aus einer Hand ist entscheidend, damit die Anlage langfristig effizient und zuverlässig arbeitet.
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