Speichern statt dämmen

Wohlfühleffekt: Mauerwerk puffert die Sommerhitze


Artikel vom 16.06.2020


Im Mittelmeerraum baut man seit jeher so, dass die Temperaturen im Haus auch im Hochsommer erträglich bleiben. Nach der Rekordhitze 2018 muss man kein Prophet sein für die Prognose, dass wir solche Sommer in Deutschland öfter erleben werden. Müssen wir uns an südliche Verhältnisse gewöhnen, sollten wir auch dementsprechend bauen. Sommerlicher Hitzeschutz sollte viel stärker als bisher in die Gebäudeplanung einfließen.

Die Wärmespeicherfähigkeit von Baustoffen ausnutzen

Jedes Kind weiß: Ein Stein, der von der Sonne beschienen wurde, fühlt sich immer noch angenehm warm an, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Bereits Kinder begreifen intuitiv ein einfaches physikalische Prinzip: Je schwerer, je kompakter ein Material ist, desto mehr Wärmeenergie nimmt es auf, speichert sie und gibt diese als Strahlung wieder an eine kühlere Umgebung ab. Wie eine Studie des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zeigt, erreichen Gebäude aus Mauerwerk durch diese Wärmepufferung eine zusätzliche Heizersparnis gegenüber Leichtbauten von bis zu 10 Prozent, weil sie die heizfreie Periode verlängert. Derselbe Wärmepuffereffekt des Mauerwerks vermeidet im Sommer die Überhitzung des Hauses.

Immer mehr Bauwillige interessieren sich für dieses Thema: Wie eine Umfrage des Instituts für Bauforschung IFB 2018 zeigt, gewinnt die Wärmespeicherfähigkeit der Wandbaustoffe an Bedeutung. Mehr als die Hälfte aller Befragten ließ sich zum Thema sommerlicher Hitzeschutz beraten, darunter vor allem diejenigen, die auf ein Haus aus Mauerwerk setzten.

Nachhaltige Gebäude bestehen aus hochwertigen Wandbaustoffen

Natürlich lässt sich mit Anlagentechnik ganzjährig jede gewünschte Temperatur erzeugen. Wer sich darauf verlässt, muss aber bedenken, dass die Technik meist sehr aufwendig ist, ständiger Wartung bedarf und laut einschlägiger Gutachten kaum länger als 25 Jahre hält. Der Ersatz veralteter Technik kann sehr teuer werden, ganz zu schweigen vom Mehraufwand an Energie für Heizen und Kühlen.

Nachhaltiger ist es, sich auf die Temperaturspeicherfähigkeit von Baustoffen wie Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder Leichtbeton zu besinnen. Diese sorgen nicht nur ganzjährig für angenehme Temperaturen, sondern bieten soliden, wertbeständigen Wohnraum für Generationen.

Grafik: DGfM / Markus Löw
Foto: Bundesverband Kalksandstein / DGfM, Unipor / DGfM, Xella Ytong / DGfM, KS-Bayern / DGfM, DGfM / Bisotherm / Michael Heinrich

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