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Fertighaus oder Stein auf Stein?


Artikel vom 23.07.2019


Möchte man sich den Traum vomEigenheim erfüllen, steht man zunächst vor einer wichtigenEntscheidung: Soll es ein Fertighaus oder ein Haus in derMassivbauweise sein? Während der Traum vom eigenen Haus mit einemFertighaus schneller erfüllt werden kann, besticht das Massivhausdurch seine hohe Wertbeständigkeit.


In der aktuellen Niedrigzinsphasekann es sich lohnen, zur Immobilienfinanzierung einen Kreditaufzunehmen. Doch ist die Hürde der finanziellen Mittel gemeistert,muss man sich mit der Frage auseinandersetzen ob man lieber einFertighaus oder ein Massivhaus haben möchte. Anbieter beiderVarianten gibt es zuhauf. Insbesondere Anbieter von Fertighäusernlassen sich dank des Marktanteilanstiegs in allen Regionen finden.

Steht fest, dass man keinHaus kaufen sondern bauen möchte, bleibt die Frage, welcherHaustyp es sein soll. Wir zeigen die einzelnen Vor- und Nachteilebeider Bauvarianten.


Das Fertighaus


Typisch für ein Fertighausist, dass dieses in Teilen werkseitig vorgefertigt wird. Mittlerweilesind nahezu alle Haustypen denkbar, darunter Einfamilienhaus,Mehrfamilienhaus, Bungalow und frei geplantes Haus.


Vorteile beim Fertighaus:

  • sehr kurze Bauzeit

  • witterungsunabhängiges Bauen

  • aufeinander abgestimmte Haustechnik

  • präzise Bauausführung dank industrieller Vorfertigung

  • ein fester Ansprechpartner für alles

  • perfekte Dämmung (Nutzung als KfW-Effizienzhaus oder Passivhaus)

  • niedrigere Baukosten

  • günstigere Kosten durch verschiedene Ausbaustufen und Eigenleistungen möglich

  • Besichtigung von Musterhäusern möglich


Nachteile beim Fertighaus:

  • niedrigerer Wiederverkaufswert (Wertverlust von ca. 10-15 % nach 30 Jahren)

  • mangelnde Luftdichtigkeit erfordert präzises Arbeiten

  • eingeschränkter Gestaltungsfreiraum

  • schlechtere Wärmespeicherung im Vergleich zu Massivhäusern (schnelleres Aufheizen im Sommer, schnelleres Auskühlen im Winter)

  • verminderter Schallschutz


Das Massivhaus


Ein Massivhaus unterscheidet sich durchseine Bauweise deutlich von einem Fertighaus. Es wird "Stein aufStein" gebaut. Dies bringt viele Vorteile mit sich, jedoch auchNachteile.


Vorteile beim Massivhaus:

  • höhere Widerstandsfähigkeit und größere Unempfindlichkeit gegen Herausforderungen des Alltags durch robuste Bauweise

  • kompletter Gestaltungsfreiraum bei der Hausplanung

  • höhere Baukosten als bei Fertighäusern

  • gesundes Raumklima (massives Mauerwerk speichert Wasserdampf und gibt diesen bei Bedarf wieder ab)

  • bessere Schalldämmung als bei Fertighäusern

  • bessere Wärmespeicherung (nicht so schnelles Aufheizen im Sommer, langsameres Auskühlen im Winter)

  • hohe Wertbeständigkeit (höherer Erlös bei Wiederverkauf als bei einem Fertighaus)


Nachteile beim Massivhaus:

  • vergleichsweise lange Bauzeit, u.a. durch längere Trocknungsphasen

  • Baufortschritt hängt von der Witterung ab

  • höhere Kosten als beim Fertighaus, vor allem bei individueller Abstimmung mit einem Architekten


Welche Bauweise ist die bessere?


Die Frage, ob ein Fertighaus oder einMassivhaus die bessere Wahl ist, hängt von individuellen Faktorenab. Ein großes Plus beim Fertighaus ist, dass dieses eine perfekteDämmung aufweist. Dadurch kann es als KfW-Effizienzhausgenutzt werden. Um die Förderung zu erhalten, müssen dieAnforderungen für energieeffizientes Bauen eingehalten werden.Übrigens ist eine Förderung auch für energieeffizientes Sanierenmöglich, zum Beispiel wenn die Heizung auf erneuerbare Energienumgestellt wird. Bei einem Massivhaus erfordert dies aktiveSanierungsmaßnahmen, während ein Fertighaus gleich energieeffizientgebaut werden kann.


Je nach Gewichtung der einzelnen Vor-und Nachteile, sollten Sie sich für die Konstruktionsartentscheiden, die sich am besten in Ihr Leben integrieren lässt. Einegroße Rolle dabei spielen die eigenen Anforderungen an das neueZuhause, aber auch Budget und Zeitplanung dürfen nichtvernachlässigt werden.

Bildquelle: paulbr75@pixabay.com