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Eingangsbereich: So rückt man die Visitenkarte des Hauses ins rechte Licht


Artikel vom 16.08.2019


Sowohl für alle Passanten, die nur amHaus vorbeigehen oder -fahren wie auch für alle Gäste, die manempfangen möchte, ist das allererste, was sie von einem Haus zusehen bekommen, der weitläufige Eingangsbereich, wie er sich von derStraße aus präsentiert. Weit mehr als die Tür umfasst er und trotzseiner enormen Wichtigkeit als Visitenkarte des ganzen Gebäudesmachen sich doch nur wenige Bauherrn weitergehende Gedanken darum.Deshalb zeigt der folgende Artikel die wichtigsten Basics, innerhalbderer man sein persönliches Design finden kann.

1. Bürgersteig und Rinnstein

Tatsächlich beginnt derEingangsbereich sogar bevor das Grundstück anfängt. Denn obschonBürgersteig und Rinnstein natürlich Sache der Kommune sind und mankeinerlei Einfluss auf ihr Aussehen hat, kann man doch an einem Punktachtgeben: Sauberkeit.

In den wenigsten Gemeinden kann mandarauf vertrauen, dass hier von offizieller Seite aus gereinigt wird.Im Gegenteil, oftmals steht ein entsprechender Passus in derGemeindesatzung und nimmtGrundstückseigentümer an die Kandare.

Das mag zwar eine lästige„Samstagspflicht“ sein, aber man sollte sie konsequentwahrnehmen. Nicht für Papa Staat, sondern die Gesamtwirkung desEingangsbereichs. Der kann minutiös gestaltet sein; wenn davorjedoch Unkraut wuchert und sich im Rinnstein sedimentäreSchmutzschichten sammeln, wirkt das Gesamtbild wie ein Supermodel mitZahnlücke – einfach inkomplett.

1. Die Einfriedung

Einfriedungen sind ein häufigerStreitfall. Waszwischen zwei aneinandergrenzenden Nachbargrundstücken geschehensoll, regelt jedes Bundesland unterschiedlich. Auch was zurStraße hin geschieht, erlaubt keine Pauschalaussagen, nur einenTipp:

Immer bei der Gemeindebzw. dem Bauamt informieren,
welche Regularien es gibt.Insbesondere Bebauungspläne
können recht tiefgreifendeVorschriften machen.

Vor allem ob der Vielzahl möglicherOptionen sollte man sich einige Faktoren durch den Kopf gehen lassen:

  • Je höher und undurchsichtiger eine Einfriedung, desto sicherer, aber desto optisch abweisender wirkt sie, selbst wenn sie „freundlich“ gestaltet ist. Ein psychologischer Faktor.

  • In der optischen Anmutung sollte sich die Einfriedung maximal an Haus und Vorgarten orientieren. Beispielsweise würde der klassisch-naturbelassene Staketenzaun vor einem hochmodernen Haus schlicht deplatziert wirken.

  • Auch das Umfeld will bedacht sein. Findet sich unmittelbar vor dem Haus beispielsweise eine Bushaltestelle, wären halbhohe Pflanzsteine/-kübel eine Enttäuschung, weil sich automatisch immer wieder Wartende auf deren Rand setzen.

  • Je nach Art der Einfriedung sollte man überlegen, den Klingelschalter vorne anzubringen – allerdings abermals unter Beachtung des Umfelds. Auch heutige Kids spielen gerne „Klingelstreich“.

Wer auf ein freundliches, einladendesAmbiente setzen möchte, sollte es deshalb bei einer „symbolischen“Einfriedung belassen. Etwa ein hüfthohes Mäuerchen, Pfosten mitKetten und dergleichen.


2. Der Vorgarten

Längst nicht jeder Hauseigentümersetzt noch auf den Vorgarten. Bei vielen sind Einfahrt und Weg aucheine gepflasterte Fläche, die höchstens durch Öffnungen fürkleine Bäumchen unterbrochen wird.

Wer allerdings mehr möchte, solltegenau überlegen. Denn die derzeit als Alternative so modernen„Steingärten“ sind eigentlich keine gute Wahl:

  • Sie sind als biodiverser Lebensraum recht kritisch zu bewerten

  • Sie stehen aktuell unter medialem Dauerbeschuss, Verbote, mitunter gar Umrüstungsforderungen, stehen bundesweit im Raum.

  • Sie machen entgegen der Laienmeinung viel Arbeit, sind schwierig von Laub zu reinigen und eine Unkräuter-Ansiedlung ist kaum zu vermeiden.

Wenn man auf etwas Pflegeleichtessetzen will, dass jedoch nach mehr aussieht, sollte man Bodendeckernutzen. Sie überwuchern den gesamten Vorgarten, es gibt sie alsimmergrüne Varianten, sie verdrängen jedes andere Kraut – undsind dennoch pflegeleicht, weil man nur alle paar Monate ihrenBreitenwuchs begrenzen muss.

Rasen, Büsche und Blumenbeete sindzwar die nächste „Evolutionsstufe“. Sie sollte man jedochwirklich nur wählen, wenn man gewillt ist, regelmäßigePflegearbeit zu investieren.

3. Der Weg

Wie man sich bettet, so liegt man.Dieser Spruch gilt auch für den Weg zur Haustür. Hier sollte manfolgendes beachten:

  1. Der Weg sollte nicht schmäler als einen Meter sein. Vielleicht hat man mal Gäste mit Gehhilfe, vielleicht wird mal etwas Sperriges geliefert.

  2. Er sollte eine gerade Ebene ohne Stolperfallen sein. Bitte vor allem an hochhackige/glatte Schuhe usw. denken.

  3. Selbst bei Dauerregen dürfen sich niemals Pfützen oder matschige Stellen auftun – auch Selbstschutz für den Hausbesitzer.

  4. Direkt vor der Eingangstür sollte man seitlich eine kleine „Abstellzone“ einplanen. Etwa für Fahrrad oder Kinderwagen.

  5. Sobald er länger als zwei Meter ist, sollte zwischen Haustür und Grundstücksgrenze eine zusätzliche Beleuchtung eingeplant werden – falls das Haus zwischen zwei Straßenlaternen steht, auch noch eine weitere ganz vorne. Alles sollte sich vom Eingangsbereich aus (etwa per Zeit-Nachlaufschalter) betätigen lassen.

4. Der Haustürbereich

Der Bereich umdie Haustür komplettiert nicht nur alles, er ist auch der reinoptisch und in Sachen Nutzen wichtigste Part des gesamtenEingangsbereichs. Abermals sollte man jedoch mehrere Punkte fest imBlick behalten:

  • Die Tür sollte ein Eye-Catcher sein, der zwar auffällig ist, sich aber harmonisch ins Gesamtbild einfügt. Heute wird dafür gerne zu Haustüren aus Aluminium gegriffen, weil diese sowohl einen hohen optischen Touch wie Sicherheit und Beständigkeit verbinden.

  • Glaseinsätze in oder um die Tür wirken freundlicher als eine vollkommen verschlossene Türfront. Gleichsam sorgen sie im Dielenbereich für mehr Tageslicht.

  • Unbedingt sollte der Eingangsbereich überdacht sein. Dazu bitte auch die aus der Himmels-Ausrichtung des Gebäudes ergebende vorherrschende Wetterlage (die sog. Wetterseite) beachten und ggf. auch einen Windfang ergänzen. Ganz ohne Vordach ist zumindest bei Regenwetter enorm unpraktisch.

  • Auch wenn an der Einfriedung eine Klingel vorhanden ist, sollte man hier eine zweite installieren – nicht jeder sieht die erste.

  • Man möchte auch bei ungünstigen Sichtbedingungen erkennen können, wer vor der Tür steht. Eine von innen schaltbare Beleuchtung ist deshalb Pflicht. Sie sollte so installiert sein, dass sie die Gäste von seitlich bzw. oben aber in jedem Fall von vorne beleuchtet. Das kann etwa eine Lampe direkt am Türsturz.

  • Ist der Weg zur Straße länger als zwei Meter, sollte man hier Zeitungsrohr und Briefkasten installieren. So muss man bei Regenwetter nicht so weit laufen und der Inhalt ist besser witterungsgeschützt.

  • Familien mit (kleinen) Kids sollten neben der Tür eine kleine, ebenfalls noch vom Dach abgedeckte Abstellzone einplanen, in der man nasse/schmutzige Schuhe, Regenschirme und -jacken und dergleichen lagern kann, damit man sich nicht die Nässe in die Diele hineinträgt.

Zudem sollte man selbst bei einer„wasserabweisenden“ Gestaltung (etwa Metallgitter-Treppenstufenzur Haustür) dennoch nicht auf eine saugfähige und robuste Fußmatteverzichten. Etwas bleibt immer haften und wird andernfalls ebenfallsins Haus getragen.



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