Was tun bei Rissen im Putz?


Artikel vom 11.03.2020


In den meisten Fällen handelt es sich bei Rissen im Putz um kleinere optische Mängel, die sich leicht beheben lassen. Es genügt, eine neue Schicht Putz aufzutragen, und schon ist alles wie vorher. Risse können aber auch auf tiefergehende Schäden an der Fassade hindeuten. Hier erfahren Sie, wie Sie verschiedene Arten von Mängeln unterscheiden und was Sie dagegen tun können.


Verschiedene Arten von Rissen


Risse unterscheiden sich vor allem durch ihre Breite, ihre Länge und ihre Tiefe. Während bei kleineren Rissen lediglich etwas Feuchtigkeit eindringt, können größere Risse auf gravierende strukturelle Mängel hindeuten. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten, putzbedingte und dynamische Risse.


1. Putzbedingte Risse


Hierbei handelt es sich um Oberflächenrisse, bei denen lediglich der Putz, nicht aber das Bauwerk betroffen ist. In der Regel sind sie nur wenige Millimeter tief und breiten sich flächig aus. Deshalb bezeichnet man sie auch als Haar- oder Netzrisse. Es gibt aber auch Risse, die alle Putzlagen durchdringen. An diesen Stellen kann Nässe eindringen und dauerhaft Schaden anrichten.


Bei den putzbedingten Rissen unterscheidet man fünf Typen.


Schrumpfrisse:


Diese Art von Rissen kommt am häufigsten vor. Sie tritt vor allem dann auf, wenn Putzschichten zu schnell austrocknen. Das ist vor allem während der heißen Jahreszeit der Fall.


Schwundrisse/Spannungsrisse:


Schwundrisse treten üblicherweise einige Monate nach dem Verputzen auf. Hauptursache sind Spannungszustände zwischen den verschiedenen Putzschichten. Diese können auch dazu führen, dass sich der Putz entlang des Risses vom Untergrund löst. Gut kann man diese Art Riss an ihrer netzartigen Struktur (Krakelee) erkennen.


Kerbrisse:


Kerbrisse haben ihren Ursprung vor allem an den Ecken von Maueröffnungen. Besonders gefährdet sind Fenster- und Türbereiche. Sie entstehen durch Spannungen im Putz und haben einen diagonalen Verlauf. Das Mauerwerk ist noch intakt.


Sackrisse:


Wird beim Verputzen von Unebenheiten zu dick aufgetragen, kann diese Art Riss entstehen. Dabei sackt der überschussige Putz ab, wobei der darüberliegende Putz aufreißt.


Altersschäden:


Zu guter Letzt gibt es noch die Risse, die auf Alterserscheinungen zurückzuführen sind. Mit der Zeit verliert der Putz die Haftung und es bilden sich Hohlstellen aus. Auch porös werdender abbröckelnder Putz gehört in diese Kategorie.


Hinweis: Unabhängig von der Art des Risses empfiehlt der Verband privater Bauherren e. V., einen Sachverständigen hinzuzuziehen. So lassen sich die Ursachen der Risse zweifelsfrei feststellen und Risiken ausschließen.


Vorsicht bei dynamischen Rissen


Bei dynamischen Rissen ist die Lage etwas komplexer. Sie entstehen meistens durch unerwünschte Bewegungen im Mauerwerk. Typische Gründe sind:


  • Zu große Fugen im Mauerwerk

  • Ungenügende Vorbereitung von Putzgrund oder Untergrund

  • Vernachlässigung von Standzeiten der verwendeten Materialien

  • Setzungen im Untergrund

  • Große Maßabweichungen, die einfach überputzt werden


Es gibt eine Reihe von Merkmalen, anhand deren auch Laien dynamische Risse erkennen können. Erste Indizien kann der Auffindungsort liefern. Für Rissbildung anfällige Ort sind vor allem Mauerdurchbrüche, Anbauten und Mauergiebel.


Auch die Form und der Verlauf der Risse können Anhaltspunkte liefern. Typisch sind:


  • Auffällig gerader Verlauf

  • Stufenförmiger Verlauf

  • Riss ist deutlich breiter als herkömmliche Haarrisse

  • Riss befindet sich an den Ecken von Mauerdurchbrüchen und verläuft von dort diagonal


Da es sich bei dynamischen Rissen um eine komplexe Problematik handelt, die gravierende Auswirkungen haben kann, sollte ein Fachmann beauftragt werden. Wohnt man in einem Mietshaus, sollte man die Hausverwaltung informieren.


Hinweis: Wenn es sich um eine Eigentumswohnung handelt, ist der Wohnungseigentumsverwalter für die Durchführung der Arbeiten verantwortlich. Ist man mit den Ergebnissen nicht zufrieden, kann sich ein Wechsel anbieten. Möglich ist dies z. B. unter www.hausverwalter-wechseln.de.


So kann man kleinere Risse im Putz selbst behandeln


Bei der Vielfalt der Risse gibt es keine universale Vorgehensweise. Grundsätzlich hat man drei Möglichkeiten. Entweder überdeckt man die vorgefundenen Risse, man verfüllt oder verputzt sie.


Überdecken der Risse:


Das Überdecken ist die unkomplizierteste Methode. Dabei trägt man einfach eine neue Lage Putz über dem Riss auf. Dieses Verfahren wendet man an, wenn es sich nur um oberflächliche Risse von geringer Breite handelt. Außerdem muss der alte Putz fest haften und darf nicht absanden.


Verfüllen der Risse:


Die zweite Vorgehensweise ist etwas aufwendiger. Hier müssen die betroffenen Stellen zunächst gereinigt und von Schmutz befreit werden. Am besten nässt man die Bereiche um die Risse zuvor an. Im Anschluss verspachtelt man die Risse.


Verschiedene Fertigspachtel findet man im Baumarkt. Ebenso gibt es hier eine große Auswahl an pastösen Spachtelmassen für Schwund- und Schrumpfrisse.


Verputzen:


Das Verputzen ist das klassische Verfahren bei der Ausbesserung stärker ausgeprägter Risse. Zunächst vergrößert man die Risse hierbei v-förmig mit einem Trennschleifer oder mit Hammer und Meißel. So erhalten die Ränder eine größere Haftfläche. Im Anschluss streicht man die verbreiterten Risse mit Tiefengrund und verputzt sie. Je nach Bedarf trägt man dabei einen Ober- und einen Unterputz auf.


Tipp: Sie benötigen auch Hilfe bei weiteren Themen rund um Renovierung, Umbau und Sanierung? Dann werfen Sie einen Blick in unseren Ratgeber-Bereich. Hier finden Sie viele weiterführende Informationen.


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